Flexible Interaktionsarbeit

Im Mittelpunkt von flexigesa steht die gesundheitsförderliche Gestaltung flexibler Interaktionsarbeit. Flexible Interaktionsarbeit bezeichnet die Arbeit mit und am Menschen,^die für Erwerbstätige mit unterschiedlichen Flexibilitätsanforderungen verbunden ist. Im Folgenden erklären wir, was damit gemeint ist.

Was ist Interaktionsarbeit?

Interaktionsarbeit...

...als Arbeit mit und am Menschen erfordert stets eine aktive Zusammenarbeit und gemeinsame Abstimmung zwischen Beschäftigten und der Kundschaft. Sie ist die Grundlage jeglicher Dienstleistungsarbeit.

Ethos v2...bildet den Kern des Arbeits- und Berufsethos von Beschäftigten oder ist zumindest Bestandteil von Arbeits- und Berufsrollen.

...ist weder mess- noch standardisierbar, denn sie ist zum Teil unsichtbar (z.B. wenn Beschäftigte ihre eigenen Gefühle in der Zusammenarbeit mit der Kundschaft regulieren müssen).

Interaktion I...wird nicht nur von Beschäftigten im unmittelbaren Kundenkontakt gefordert. Vielmehr leisten auch Beschäftigte Interaktionsarbeit, wenn sie nicht im direkten Kontakt zu der Kundschaft tätig sind, etwa in direkten Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen.

...erfordert stets hohe Flexibilität, weil die Kommunikation mit der Kundschaft oft unwägbar ist, z.B. durch sich verändernde Ansprüche und Wünsche.

...ist im Dienstleistungsbereich sowohl bei Facharbeit als auch bei so genannter Einfacharbeit, d.h. bei Arbeiten, die keine formale Berufsqualifikation voraussetzen, gefordert.

...müssen oft auch Führungskräfte leisten, z.B. wenn sie in Konfliktfällen zwischen ihren Mitarbeitenden und der Kundschaft vermitteln müssen.

...ist immer kontextabhängig! Sie unterscheidet sich nach Dienstleistungsbereichen. So bezieht sich Interaktionsarbeit in der stationären Pflege und im Friseurhandwerk auf die Arbeit direkt am Menschen. Während sich allerdings im Friseurhandwerk Beschäftigte und der Kundschaft auf Augenhöhe begegnen, haben es Pflegekräfte mit pflegebedürftigen Menschen zu tun, die auf ihre Hilfe angewiesen sind. In beiden Dienstleistungsbereichen gilt es, auf die Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle der Kundschaft einzugehen.

Was sind die Flexibilitätsanforderungen an Beschäftigte?

Aufgaben und Taetigkeiten kleinAufgaben und Tätigkeit
Flexibilitätsbedarf ergibt sich in der Arbeit u.a. daraus, sich auf Wünsche der Kundschaft situationsbezogen einzustellen und Aufgaben mit vielfältigen Anforderungen zu bearbeiten.


Arbeitszeit
Gerade im Dienstleistungsbereich finden sich immer weniger Jobs mit der klassischen Nine-to-five-Arbeitszeit an fünf Arbeitstagen. Häufig anzutreffen sind vielfältige flexible Arbeitszeitformen, die von Schichtarbeit, Wochenendarbeit, über geteilte Dienste, kapazitätsorientierte variable Arbeitszeiten bis hin zu Vertrauensarbeitszeit reichen.
Zeit


Arbeitsort

Dienstleistungsarbeit wird häufig direkt bei der Kundschaft erbracht. Für Beschäftigte bedeutet dies, zumindest zeitweilig außerhalb ihres Betriebsstandorts zu arbeiten. Je nach Arbeitstätigkeit kann die Arbeit bei der Kundschaft unterschiedlich lang dauern – bis hin zu Arbeitseinsätzen von mehrwöchiger oder mehrmonatiger Dauer bei der Kundschaft.

Betriebliche Rahmenbedingungen
Durch den erhöhten Wettbewerbs- und Ökonomisierungsdruck, sind Unternehmen dazu angehalten ihre Arbeits- und Unternehmensstrukturen flexibler zu gestalten. Ein Beispiel hierfür ist die Auslagerung von Geschäftsbereichen. Auf der Ebene der Arbeitsorganisation setzen Unternehmen verstärkt auf eine Selbststeuerung von Arbeitsprozessen durch Beschäftigte, z.B. im Rahmen vom Team- und Projektarbeit.

Rahmenbedingungen

 


Erwerbsform
Die Flexibilisierung von Erwerbsformen äußert sich in der Befristung von Beschäftigung, geringfügiger Beschäftigung bzw. Teilzeit- Beschäftigung, Leiharbeit sowie Alleinselbstständigkeit bzw. der Zunahme von Werk- und Honorarvertragsformen.

 

 

 

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